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Zeitmanagement ist die Kunst, seine Zeit optimal zu nutzen. Zeitmanagement beschäftigt sich mit den Problemen, die eine hohe Anzahl von Aufgaben, Terminen etc. mit sich bringen, wenn die zur Verfügung stehende Zeit begrenzt ist. Unter Zeitmanagement versteht man eine Reihe von Strategien und Techniken. Der Begriff Zeitmanagement ist eigentlich eine irreführende Bezeichnung, da die Zeit ganz unabhängig davon vergeht, was wir in dieser Zeit tun. Das einzige, was man managen kann, ist sich selbst. Daher beschäftigt sich Zeitmanagement vorwiegend mit Selbstmanagement. Die Techniken lassen sich grob in die fünf Bereiche „Ziele“, „Übersicht“, „Prioritäten“, „Plan“ und „Motivation“ einteilen, wobei die meisten Themen mehreren Bereichen zuzuordnen sind. Inhalt: - Ziele setzen
- Übersicht verschaffen
- Ziel-Mittel-Analyse
- Mindmap
- Prioritäten setzen
- ABC-Analyse
- Mission Statement
- Pareto-Prinzip
- Eisenhower-Methode
- Salami-Taktik
- Getting Things Done
- Delegieren
- Planen
- Schriftlich Planen
- Mehrere Zeithorizonte
- ALPEN-Methode
- Leistungskurve
- Goldene Stunde
- Ziel- und Zeitplanbuch
- Bündelung
- Motivation
- Positive Einstellung
- Erfolgskontrolle
- Erfolgserlebnis
- Methoden zur Überbrückung von Motivationslöchern
- Kritische Sicht des Zeitmanagements
- Einsatz von Interimmanager
- Personal Interimmanager
- Markt für Interimmanager
- Weblinks
Ziele setzen Es ist wichtig, bei allem, was man tut, das Ziel vor Augen zu haben. Dies gilt für private und berufliche Ziele gleichermaßen. Erfolgreiches Zeitmanagement erfordert eine Definition klarer Ziele. Des Weiteren ist es sinnvoll, sich - kurzfristige Ziele
- mittelfristige Ziele
- langfristige Ziele und
- realisierbare Ziele
zu stecken.
Übersicht verschaffen Um seine Ziele zu erreichen, sollte man sich einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, Mittel und Wege verschaffen. Dazu gehört die Analyse des eigenen Verhaltens, um Zeitverschwendung festzustellen. Des Weiteren die Techniken: Ziel-Mittel-Analyse Die Ziel-Mittel-Analyse hilft bei Fragestellungen: Welche Mittel und Fähigkeiten stehen zur Verfügung? Welches sind die Vor- und Nachteile der verschiedenen möglichen Wege? Mindmap Mindmap ist eine Methode, die einen strukturierten, grafischen Überblick über die Beziehungen zwischen unterschiedlichen Begriffen aufzeigt.
Prioritäten setzen Eine zentrale Technik besteht im Analysieren und Definieren von Prioritäten. Folgende Techniken können dafür verwendet werden: ABC-Analyse Mittels der ABC-Analyse werden alle Aufgaben in die Kategorien - A sehr wichtig, hohe Priorität
- B mittlere Priorität
- C geringe Priorität
einsortiert. Mission Statement "Mission Statement" ist eine Methode, in der man seine eigenen Wünsche, Wertvorstellungen, Ziele und Ideale auf einen Nenner bringt, indem man dies auf einem ein- bis maximal zweiseitigem Dokument festhält. Laut Stephen R. Covey (Autor: "7 Wege zur Effektivität") kann dies optimal durch eine höchst effektive, wenn auch etwas makaber scheinende Technik gemacht werden, welche wie folgt funktioniert: Stellen Sie sich vor, Sie sind 10 Jahre in der Zukunft und gehen zu einer Beerdigung. Freunde und Bekannte sind anwesend. Sie stellen fest, dass Sie selbst im Sarg sind. Nun ist die Frage, was genau möchten Sie in Ihrer Grabrede hören? Um was soll es in Ihrem Leben wirklich gehen? Schreiben Sie dies auf ein Blatt Papier, und finden Sie Ihre Prinzipien und Wertvorstellungen. Es ist wichtig, keine zu kurzfristigen Ziele im Mission Statement zu erwähnen, sondern sich hier wirklich nur an längerfristigen Dingen, wie ethische Prinzipien, größere finanzielle Anschaffungen, größere familiäre Ziele und Ähnliches zu erfassen. Es wird empfohlen, dieses Mission Statement täglich durchzulesen um möglichst effektives Zeitmanagement auf längere Frist zu gewährleisten. Diese Methode wird seit vielen Jahren auch für Unternehmen und Organisationen benutzt, kann aber genauso auf Privatpersonen übertragen werden. Laut Christian Richter (Autor: „Der authentische Manager“ – so finden Sie Ihr Persönliches Mission Statement®) ist das Mission Statement in einem prägnanten Satz zu konzentrieren – dem Persönlichen Leitsatz. Aus diesem wird das umfassendere Dokument abgeleitet, das Persönliche Leitbild, das ein bis maximal zwei Seiten umfasst. Anders als Stephen R. Covey ist Christian Richter der Meinung, daß es nur ein Mission Statement geben sollte, unter das alle Lebensumstände einordenbar sind. Hier verdeutlicht sich der Unterschied zwischen dem eher idealistisch geprägten Weltbild (Immanuel Kant) des Europäers Richter zum pragmatischen Ansatz (Fall zu Fall bezogen; s.a. case law) des US-Amerikaners Covey. Pareto-Prinzip Es wurde nach Vilfredo Frederico Pareto benannt. Grundsatz: In 20 % der zur Verfügung stehenden Zeit können 80 % der Aufgaben erledigt werden. Die restlichen 20 % der Aufgaben benötigen 80 % der zur Verfügung stehenden Zeit (siehe Pareto-Verteilung). Anhand dieses Grundsatzes sollen Aufgaben überdacht und priorisiert werden. Anstatt sich mit Aufgaben aufzuhalten, die keinen angemessenen Mehrwert schaffen, sollte der eigene Perfektionismus (Nebensächlichkeiten, "Erbsenzählerei") gezügelt werden. Statt also 100 % der Aufgaben erfüllen zu wollen, sollte daher eine zielorientierte Ausrichtung auf die Erfüllung weiterer "80 %-Aufgaben" erfolgen, welche mit nur 20 % des Zeit- und Energieaufwandes erreicht werden können. Beispiele: 80 % aller Besprechungsergebnisse werden in 20 % der Besprechungszeit erzielt. 20 % der Kunden bringen 80 % des Absatzes. 80 % einer Software sind in 20 % der Zeit geschrieben. Die Feinheiten (Bugfix, etc.) benötigen 80 % der Gesamtzeit. Eine verfeinerte Abstufung ähnlich dem Pareto-Prinzips verfolgt die ABC-Analyse. Eisenhower-Methode Dieses Prinzip wurde von US-Präsident und Alliierten-General Dwight D. Eisenhower praktiziert und gelehrt. Alle Aufgaben werden anhand der Kriterien wichtig/unwichtig und dringend/nicht dringend in vier Quadranten verteilt. Alle Aufgaben im Quadrant unwichtig/nicht dringend werden nicht erledigt. Die Einteilung erfolgt wie folgt (im englischen Sprachraum sind die Quadranten anders benannt): - Die Y-Achse beschreibt die Wichtigkeit einer Aufgabe. Wenn eine Aufgabe oben angesiedelt ist, so ist sie wichtig. Ist sie unten angesiedelt ist sie unwichtig.
- Die X-Achse beschreibt die Dringlichkeit einer Aufgabe. Ist eine Aufgabe rechts angesiedelt, so ist die Aufgabe dringend. Ist die Aufgabe links angesiedelt, so ist sie nicht dringend.
Es ergeben sich vier Kombinationsmöglichkeiten der Faktoren Wichtigkeit und Dringlichkeit, deren Aufgaben jeweils eine bestimmte Art und Weise der Bearbeitung zugeordnet wird: | | Dringlichkeit | | nicht dringend | dringend | | Wichtigkeit | wichtig | Aufgabe exakt terminieren und persönlich erledigen. | Sofort selbst erledigen. | | nicht wichtig | Nicht bearbeiten → Papierkorb. | An kompetente Mitarbeiter delegieren. | Das Eisenhower-Prinzip kann im Dienstleistungsbereich bei knappen Ressourcen als Fortentwicklung von Triage effektiv eingesetzt werden. Das Eisenhower-Prinzip wird heutzutage gelegentlich kritisch betrachtet, da ein gutes Zeitmanagement gerade dringende Aufgaben verhindern soll. Die Priorisierung/Einteilung der Aufgaben wird demzufolge vorwiegend nach dem Kriterium "Wichtigkeit" vorgenommen. Grundlage der Kritik ist u. a. die Erkenntnis, dass wichtige Aufgaben selten dringend und dringende Aufgaben selten wichtig sind. Allerdings handelt es sich hier um eine Methode eines militärischen Oberbefehlshabers, und im Krieg können Aktivitäten des Gegners sehr wohl unvorhersehbare und "äußerst dringende und wichtige" Folgen haben. Salami-Taktik Große, unübersichtliche Aufgaben werden nach dem Teile-und-herrsche-Prinzip in kleinere, überschaubare Schritte zerteilt. Getting Things Done Wie löst man eine gewaltig große Aufgabe? - Jede Reise fängt mit dem ersten Schritt an (Konfuzius).
- How to eat an Elephant? Bite by bite.
Reduziere Projekte auf den nächsten elementaren Teilschritt und strukturiere Schritte nach Zeitpunkt und Ausführungsort. Delegieren Aufgaben, die nicht direkt in den eigenen Aufgabenbereich fallen oder von jemand anderem effizienter erledigt werden können, sollten nach Möglichkeit von diesem erledigt werden: man delegiert die Aufgabe. Dadurch werden Zeitdruck und Stress abgebaut. Delegieren sollte als begleitender Prozess gesehen werden.
Planen Durch richtiges Planen kann die zur Verfügung stehende Zeit sinnvoller genutzt werden. Hierfür werden Werkzeuge wie zum Beispiel Terminplaner eingesetzt, sowohl klassisch aus Papier als auch elektronisch, wie z. B. ein PDA. Techniken hierfür: Schriftlich Planen Durch schriftliches Planen kann man seine Vergesslichkeit in den Griff bekommen. Hier hilft eine To-Do-Liste oder eine Checkliste, in der die zu erledigenden Sachen eingetragen und nach Erledigung abgehakt werden. Mehrere Zeithorizonte Man sollte Tages-, Wochen-, Monats- und Jahrespläne erstellen und pflegen. ALPEN-Methode Diese Methode (nach Lothar Seiwert) verwendet wenige Minuten pro Tag zur Erstellung eines schriftlichen Tagesplans. Die fünf Elemente sind: - A: Aufgaben aufschreiben. Aufgaben, Aktivitäten und Termine werden in einen Tagesplan eingetragen.
- L: Länge einschätzen. Man schätzt die voraussichtlich benötigte Zeit für jede Aufgabe ein.
- P: Pufferzeit. Man sollte maximal 60 % der täglichen Arbeitszeit verplanen. Der Rest bleibt für Unvorhergesehenes reserviert.
- E: Entscheidungen. Durch Prioritätensetzen, Kürzen und Delegieren wird der Umfang der Arbeiten beschränkt.
- N: Nachkontrolle. Am Ende des Tages erstellt man eine Statistik über geplante und tatsächlich erledigte Arbeiten. Unerledigtes wird auf den nächsten Tag übertragen.
Leistungskurve Im Tagesplan sollte man unbedingt seine persönliche tägliche Leistungskurve berücksichtigen. Des Weiteren kann man im Tagesplan die Häufigkeit von Störungen im Verlauf des Tages berücksichtigen. Siehe auch Chronobiologie. Goldene Stunde Eine Stunde pro Tag, in der sämtliche Störungen ausgeschaltet sind. Kein Telefon, keine E-Mail, Bürotür verschlossen. Ziel- und Zeitplanbuch Eine Tagesplanung besteht aus Terminen und Aufgaben, die beispielsweise nach der ALPEN-Methode (siehe oben) geplant werden können. Die Wochen-, Monats- und Jahresplanung kann auch in einem Zeitplanbuch erledigt werden. Damit man dies mit einem Zeitplanbuch erledigen kann, enthält es die entsprechenden Vordrucke, also z. B. einen Terminkalender mit Aufgabenliste, eine Wochen, Monats- und Jahresübersicht bzw. die Ziele für diese Zeitabschnitte. Man geht bei der Planung dann von den Zielen aus, die man sich im Zeitplanbuch setzt und geht zu den zu erledigenden Aufgaben. Wenn man beispielsweise eine Prüfung bestehen will, stellt "die Prüfung gut bestehen" ein Ziel in vielleicht zwei Monaten dar. Man unterteilt dazu den Weg dorthin in kleine Portionen. Die Kapitel eines Buches oder eine kleine Teilmenge von Vokabeln sind dann Portionen (Aufgaben). Eine Woche vor der Prüfung könnte man noch eine Wiederholung des Stoffs einplanen. Ein Zeitplanbuch existiert in Papier- oder elektronischer Form. Bei Zeitplanbüchern aus Papier haben sich zwei Formate durchgesetzt: - Das DIN A5-Format, das sich für alle eignet, die insbesondere zahlreiche Termine und Aktivitäten pro Tag planen müssen. Wer viel mitschreibt oder schriftlich plant, findet im Format A5 genug Raum für seine Ideen.
- Beim kleineren Format, das auch als Westentaschenformat bezeichnet wird, gibt es zwischen den Herstellern von Zeitplanbüchern große Abweichungen in Papierformat und Lochung. Dieses Format eignet sich für alle, die ihren Planer in der Jackentasche mit sich führen wollen. Ein solches Buch ist eher für Planer geeignet, die einen Wochenkalender pflegen.
Daneben existieren Loseblatt-Lösungen wie Hipster PDA und DIN A6 Informationssystem (DAISY). Bündelung Gleichartige Arbeiten werden zusammengefasst. 4 Entlastungsfragen Auch die 4 Entlastungsfragen helfen, die eigene Zeit effektiver einzuteilen. Sie eignen sich vor allem dort, wo sich Routine eingeschlichen hat. Mit Hilfe der 4 Fragen: "Warum gerade ich?", "Warum gerade jetzt?", "Warum so?" und "Warum überhaupt?" können Sie sich entlasten. Sie verhindern, dass Sie eine Aufgabe "automatisch" ausführen. Wenn Sie an lhre Aufgaben mit der Frage "Warum gerade ich?" herangehen, erkennen Sie, ob Sie delegieren können. Mit der Frage "Warum gerade jetzt?" entscheiden Sie, welche Aufgaben Sie auf Termin legen sollten. Durch die Frage "Warum so?" beginnen Sie, lhre Arbeit zu rationalisieren und "schlanke" Lösungen zu suchen. Und mit der Frage "Warum überhaupt?" erkennen Sie, welche Teilaufgaben Sie weglassen oder ganz eliminieren können. Wenn Sie in Zukunft mit den Entlastungsfragen arbeiten, werden Sie merken, dass Ihnen plötzlich viel mehr Zeit für die wirklich wesentlichen Dinge zur Verfügung steht!
Motivation Zu diesem Bereich gehören: Positive Einstellung Wird im englischen als Positive Mental Attitude (PMA) bezeichnet und meint zum einen die Einstellung zur Arbeit und zum anderen die Einstellung zu den Mitarbeitern. Es ist gemeinhin bekannt, dass eine positive Atmosphäre die Produktivität steigert. So sollte auch an die Aufgaben stets mit guten Gedanken und einer freundlichen Miene herangegangen werden, denn sowohl schlechte als auch gute Laune breitet sich aus. Wobei schlechte Laune die Effizienz mindert. Erfolgskontrolle Eine tägliche Erfolgskontrolle des eigenen Tagesplans kann sehr motivierend wirken. Erfolgserlebnis Genießen des eigenen Erfolgs. Methoden zur Überbrückung von Motivationslöchern - 15-Minuten-Trick für schwere Tage: Den Wecker auf 15 Minuten stellen. Nach Ablauf der 15 Minuten darf eine Pause von höchstens 5 Minuten eingelegt werden.
- 3-2-1-Countdown: Einfaches Herunterzählen von 3 - 2 - 1 bündelt die Gedanken. Diese Konzentrationsübung hilft, die Trägheit zu überwinden.
- Atemtrick: So lange einatmen, wie man möchte und beim Ausatmen mit der Arbeit beginnen.
Kritische Sicht des Zeitmanagements Eine extrem kritische Sicht auf die Versuche, Zeitmanagement-Angebote zu vermarkten, wird in der Zeitschrift bild der wissenschaft vorgestellt und mit Blick auf Gehirnphysiologie- und Stress-Forschung begründet. Zitiert wird u. a. aus einem Buch von Stefan Klein, Zeit - der Stoff aus dem das Leben ist: "Wir sind nicht gestresst, weil wir keine Zeit haben, sondern wir haben keine Zeit, weil wir gestresst sind." Der Wirtschaftspädagoe Karl-Heinz Geißler von der Bundeswehr-Universität in München führt aus: "Zeit-Management ist ein Handel mit Hoffnungen". ("Wie Zeitsparen Zeit raubt". In: bild der wissenschaft, 1 / 2008, S. 62-63. ) Interim Management (lat. ad interim „unterdessen, einstweilen“) ist eine zeitlich befristete Art des betriebswirtschaftlichen Managements. Im Gegensatz zu Unternehmensberatern, die in einer Stabsstelle angesiedelt sind, übernehmen Interim Manager Ergebnisverantwortung für ihre Arbeit in einer Linienposition. Sie verlassen das Unternehmen, sobald das Problem gelöst und eine stabile neue Unternehmens- oder Bereichsführung etabliert ist bzw. nach dem Relaunch der betreffenden strategischen Geschäftseinheit. Die ersten Interim Management-Aufträge wurden in den Niederlanden um 1970 durchgeführt. Die Initiative „Erfahrung Deutschland“ vermittelt deutschen Unternehmen Expertenwissen von Senioren und Ruheständlern aus unterschiedlichsten Branchen und Führungspositionen im Interimsmanagement, entweder bei bestimmten Projekten oder in Form einer befristeten Beratungsleistung. Management-auf-Zeit (abgekürzt MAZ) ist ein gebräuchliches Synonym für Interim Management. Probleme beim Interim Management können sein: - Der Manager braucht zu lange um sich einzuarbeiten
- Das vorhandene Führungsteam akzeptiert den Manager nicht
- Investitions- und Sanierungsentscheidungen werden von den Banken nicht mitgetragen
- Die Unternehmensleitung „unterstützt“ den Manager mit Entscheidungen in seinem Bereich
- Nach Beendigung des Mandates sind neu gefasste Strukturen noch anfällig
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Einsatz Interimmanager Häufig werden Interim Manager im Krisenmanagement, zur Überbrückung von personellen Ausfällen und zeitweise als Bereichsleitung eingesetzt, um einen Unternehmensteil zu sanieren. Daher werden Interim Manager gerne auch als „Feuerwehr“ der Betriebsführung gesehen, die eine oft unliebsame Umstrukturierung oder auch die Schließung und Abwicklung eines Unternehmens übernehmen (sog. Dirty Jobs). In jüngerer Zeit werden Interim Manager verstärkt im Rahmen von Projektarbeit eingesetzt, wenn die eigenen Kapazitäten des jeweiligen Unternehmens nicht ausreichen. Gleiches gilt für Spezialthemen, für die ein Unternehmen Kapazitäten nicht auf Dauer vorhalten muss. Hierzu gehören z. B. Basel II, CMMI oder Einführung SAP R/3. In unterschiedlichen Phasen der Unternehmensentwicklung sowie bei Problemen und Aufgabenstellungen, in denen Spezialistenwissen länger als nur ein paar Beratertage gebraucht wird, bzw. wenn das bestehende Management die anstehenden Aufgaben nicht alleine lösen kann oder möchte, stellt Interim Management die bestmögliche Ergänzung für die Leitung des Unternehmens dar. Gerade auch im Bereich Unternehmensübergang und -nachfolge, bei Kauf oder Verkauf eines Betriebsteiles bzw. des gesamten Unternehmens bietet Interim Management notwendige Unterstützung für die Geschäftsleitung. Durch den vermehrt auftretenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, wovon auch das Top-Management betroffen ist, werden hier verstärkt Manager auf Zeit als Puffer eingesetzt, bis für die Stellen geeignetes Personal gefunden worden ist.
Personal Interimmanager Häufig werden ältere Manager als Interim Manager tätig, die bereits in verschiedenen Unternehmen als Führungskraft erfolgreich tätig waren. Aber auch Nachwuchskräfte ab Mitte dreißig sind im Markt vertreten. Die Bandbreite im Interim Management reicht jedoch wesentlich weiter, bis zu erfahrenen Fachleuten oder Generalisten mit langjähriger praktischer Branchenerfahrung und Bewährung in schwierigen Situationen, die für das Unternehmen ein Glücksfall sind. Zudem bleibt festzustellen, dass Interim Manager jünger werden und dass Frauen in die bisher praktisch rein männliche Domaine einbrechen. Die Honorare der Interim Manager richten sich in der Regel nach Umfang und Verantwortung der Tätigkeit, mitunter auch unter 1.000,- Euro Tagessatz zuzüglich Spesen und eventueller Erfolgsbeteiligungen. International erfahrene Spitzensanierer können durchaus ein mehrfaches kosten. Hochqualifizierte Interim Professionals sind nicht unter 1.250 Euro zu bekommen, auch Geschäftsführerlevel nur selten unter 1.500 Euro (jeweils plus Spesen und MwSt.).
Markt für Interimmanager Angesiedelt ist das Interim Management in Deutschland immer noch vorwiegend im Bereich größerer mittelständischer und industrieller Unternehmen. Die meisten Interim Einsätze werden über das persönliche Netzwerk vermittelt und nur 20 % durch Interim Management Provider. Als Interessenvertretung gibt es in Deutschland für Interim Manager die DDIM, für Interim Management Provider den AIMP. Beide Organisationen führen jährlich große Informationsveranstaltungen durch, wie z.B. das "International Interim Management Meeting" der DDIM. Auf Seiten des AIMP finden jährlich diverse Foren statt, wie das AIMP-Jahresforum und das bereits zum sechsten Mal veranstaltete Münchner Forum Interim Management. Aber auch einzelne Handwerkskammern bieten solche Kontakte für ihre Kammermitglieder mit Zielrichtung Unternehmensnachfolge und EU-Ausrichtung an. Mit zunehmender Verbreitung von Interim Management nimmt die Zahl der Unternehmen zu, die Interim Manager wiederholt einsetzen. Weiterhin sind diejenigen Unternehmen, die bereits im Ausland Erfahrungen mit Interim Managern gesammelt haben, eher bereit diese Form der Zusammenarbeit zu wählen.
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